Der Brockerhof in Lobberich (Erklärung des Namens)
Nicht Alles, was "Brockerhof(f)" heißt, ist mit den Brockerhoffs vom Niederrhein verwandt.
Lesen Sie hier, warum der Brockerhof in Lobberich so heißt (Erklärung von Ralf Hauertz):
"Brockerhof / Hartges, Sassenfeld
Einer der sehr alten Hintersassenhöfe, vielleicht zurückgehend auf die Aus- und Umsiedlung von Sachsen durch Karl d. Großen; am Wittseebruch gelegen.
Tho-Brock 1376 auf Brockerhof; 1593 Andreas to-Brock. 1625 Derick tho-Brock und sein Schwiegersohn Fredrich tho-Brock. 1656 heiratet Dries tho-Brock Grietgen Mertz. Ihre Tochter Gertrud tho-Brock, verheiratet mit Jehlis Hey-thausen vom Gut tho Heythausen, erhält den Brockerhof und das dazu gehörige Haus auf der Schanz. An die abstehenden Kinder sind je 1500 Venloer Gulden zu zahlen. Außerdem erhalten: Neesken und Noelken, wenn sie sich verheiraten, je 23 Reichstaler, ein Spinnrad und einen Webstuhl. Fredirick soll erhalten (zur Heirat) 10 Reichstaler für Kleider, Federsack mit Federn und andere Bettwäsche, 2 Paar Hausschuhe, eine Kuh nach seiner Wahl oder dafür 10 Reichstaler ... Am Hochzeitstage obliegt es dem Hofbesitzer, bis zu 80 Gäste frei zu bewirten.
Jehlis (Egidius) tho-Brock, der seinen Familiennamen Heithausen aufgibt, hat vor seinem Tode (1713) alle Verpflichtungen erfüllt; er kauft 1701 noch das Stroux-Erbe hinzu. Der Hof vererbt sich 1713 auf den Sohn Andreas tho-Brock, wie aus dem umfangreichen Erbteilungsvertrag vorn 20. April 1713 hervorgeht. Im 18. Jahrhundert (1760) geht dann durch Heirat der Besitz auf Familie Hartges über; jetzt Andreas Hartges. aus: W.Thobrock: Lobberich um 1900, Bild Nr 19.
Weiterhin möchte ich darauf hinweisen, dass es neben der Kirche noch einen Brockerhof gibt. Er wurde benannt nach dem inzwischen abgerissenen Hof an der Stelle, wo jetzt Karstadt steht.
Soweit ich weiß, stammt der Name Tho-Brock von "zum Bruch", also in der Nähe des Wassers gelegen, wenn so jemand dann einen Hof besaß: Brocher- oder Brocker Hof..."